Unser Freund "Bob" Driebeek (8.2.1922 - 7.8.2002) ist tot.

Bob DriebeekDie Nachricht, dass es unseren Zauberfreund Robert Alfred Maria Driebeek, kurz "Bob", nicht mehr geben soll, kam für mich, wie für alle anderen Mitglieder unseres Zirkels, plötzlich und unerwartet. Es fällt mir schwer, die passenden Worte zu finden und doch möchte ich kurz an den Mann erinnern, dem der Magische Zirkel Wuppertal sehr viel zu verdanken hat.

Mitte der 80er Jahre verschlug es Bob nach Wuppertal, wo er im Magischen Zirkel Wuppertal schnell Freunde und eine zweite Heimat fand. Er fehlte (fast) an keinem Zirkelabend. Freundschaften mit den Großen der Zauberei sowie ein enzyklopädisches Wissen nutzte Bob dazu, ständig neue Kunststücke, Trickvariationen oder Finessen zu kreieren. Seine oft mit Bastelarbeit verbundenen Effekte probierte er dann gerne an uns Unwissenden aus. In der Regel blieb uns nichts anderes übrig, als seine Show staunend und ungläubig zu verfolgen. Zu unserem Glück blieben seine Wunder jedoch nicht lange geheim, denn meist wurde das Geheimnis für uns im Anschluss gelüftet. Besondere Freude bereitete es Bob, wenn er uns Zauberkünstler zunächst in dem Glauben lassen konnte, wir wüssten, wie der Trick funktioniert. Dann nahm das Kunststück aber eine überraschende Wendung und all unsere Erklärungsversuche liefen ins Leere.

Wie oft hat der Magische Zirkel Wuppertal die von Bob erfundene und am Küchentisch gebastelte Schlagzeilenvorhersage eingesetzt und erfolgreich als Reklame für Veranstaltungen genutzt.

Besonders gefürchtet waren Themenabende im Wuppertaler Zirkel. Hatte man das ausgewählte Kunststück, z.B. zum Thema Seiltricks, nicht vor Bob vorgeführt, konnte man sicher sein, dass Bob anschließend alle gängigen, bekannten und unbekannten Kunststücke zum Thema vorführen würde. 

Aber Bob war nicht nur groß, wenn es um das Erfinden und Zeigen von Kunststücken ging, sondern er wusste diese auch gut auf der Bühne oder am Close-Up-Tisch zu präsentieren. Er war nie der elegante Künstler. Er war immer der komische, etwas schrullige und exzentrische Zauberer, wobei ihm sein holländischer Akzent trefflich nutzte. 

Der "Driebeek-Die" und die "Wandernden Stühle" waren einige seiner Markenzeichen auf der Bühne, ergänzt durch viele andere Originaleffekte, die zum Teil wiederum in Bastelarbeit entstanden sind. 

Ging der Ortszirkel Wuppertal im "Hotel Atlantik" oder für Firmen Close-Up zaubern, so war Bob immer dabei. Tische an denen er einmal gezaubert hatte, wollten ihn i.d.R. hinterher  noch einmal sehen. 

Ich erinnere mich an einen Auftritt auf dem Jubiläum meiner Firma. Nicht nur das Bob speziell ein Kunststück ausgesucht hatte, dass genau dem Anlass und dem Unternehmen entsprach, er zauberte hinterher am Tisch unserer Belegschaft und die wollte ihn gar nicht mehr gehen lassen. 

Ein kleiner Teil seiner Trickkreationen wurde in Buchform unter dem Titel "Aenigmas Rätsel" im sic!-Verlag veröffentlicht. Es war mir eine Freude das Vorwort für dieses Buch zu schreiben. Zu wissen, dass die vielen anderen Ideen, die Bob noch hatte, wahrscheinlich nie mehr weitergegeben werden, weil er nur einen Teil davon zu Papier gebracht hat, lässt mich etwas traurig zurück. 

Für mich war es stets eine Ehre und ein Privileg Bob gekannt und von ihm gelernt zu haben. Wir hatten immer viel Spaß, wenn wir im Zirkel zusammen saßen oder gemeinsam aufgetreten sind. Wo immer Bob jetzt auch ist, irgendwie wird er mindestens ein Kartenspiel auftreiben und vielleicht plant er schon die große Galashow mit seinen Freunden Okito, Fred Kaps und Richard Ross. Passen würde es zu ihm und wundern würde es mich nicht.

Reiner Walter

http://geniimagazine.com/magicpedia/Bob_Driebeek