Eine im wahrsten Sinne des

Wortes "zauberhafte Show"

Der, "Magische Zirkel" Wuppertal begeisterte 150 Zuschauer

Ennepetal. (pc) "Ich habe die Schwiegermutter in der Tasche, die näht das Seil wieder zusammen", hatte der Gaukler Flipper"

die Lacher der Kinder Lisa und Henning auf seiner Seite. Bevor die große Zaubershow im Haus Ennepetal losging, konnte man schon im Foyer staunen. Da wurden Kartentricks gezeigt, die sprachlos machten. Besucher griffen in die Luft und hatten plötzlich ein rotes Tuch in der Hand.

MZW EneppetalAm Samstagabend konnte man leibhaftiger Zauberei im Hörsaal des Hauses Ennepetal zuschauen – oder selbst mitzaubern. Die Show fand vor etwa 150 Gästen statt. Mädchen und Jungen durften mal lange aufbleiben - und sie erlebten im wahrsten Sinne des Wortes "Zauberhaftes". Die Mitglieder des "Magischen Zirkels" Wuppertal - ein Internationaler Zusammenschluss von Profis und Amateuren zur Pflege der magischen Kunst – zeigten .gemeinsam mit ihren Gästen aus Schwerin bei der "Nacht der Gaukler" eine breite Palette an Zaubereien. Bewusst wurde der Hörsaal des Hauses Ennepetal gewählt, da man einen besonderen Schwerpunkt darauf legte, dass das Geschehen nahe beim Publikum stattfinde. Geheime Finten mussten also geschickt ausgeführt' und Verstecke raffiniert verborgen sein. Die Zauberei fand unmittelbar vor den kritischen Augen des Publikums statt. Der Vorsitzende des magischen Kreises Wuppertal, Hans-Gerhard Koch aus Gevelsberg, hier .Kokolini" genannt, begrüßte die Gäste und führte, teils gemeinsam mit dem witzig-vorlauten Hausmeister "Herrn Waeggedown" , durchs Programm. Acht Akteure zeigten. Die tollsten Kunststücke. Erst aber einmal dankte Koch für die Gastfreundschaft der Haus Ennepetal -GmbH. Dank ging auch an den Sponsor. der Veranstaltung, die AVU. Und schon trat Toni auf die Bühne und zeigte, wie es ist, wenn man Probleme mit dem Geld hat und "abgebrannt" ist. Die schönen lichterloh brennenden Scheine! Aber er konnte ja neues Geld zaubern. Immer schön reiben, das erzeuge Wärme. "Wenn jemand, wie heute Abend, keine Gage bekommt, freut er sich, wenn er sich etwas Geld in die Tasche zaubern kann", lachte Toni. Er ließ auch den Ehering eines Gastes kurz verschwinden, dessen Frau assistierte. Überhaupt wurde das Publikum oftmals mit einbezogen, auch als es darum ging, aus einer Spielkarte einen Frosch zu formen. Das sei der verzauberte Prinz Charles, erläuterte "Rene". Eine Dame aus den Zuschauerreihen durfte das Papiergebilde 'mit nach Hause nehmen. Vielleicht läge ja morgens im Bett wirklich ein Prinz neben ihr, scherzte der Magier. Zwischendurch tapste ein übergroßer Pinguin über die Bühne und sorgte für jede Menge Spaß bei den jüngeren Gästen. Astor aus Ungarn zerriss l0-Mark-Scheine, und kraft seiner Gedanken bewirkte er Wunder. Fränzi verteilte Seidenpapier, fragte Zuschauer schon mal nach dem Vornamen, um dann loszublödeln: "Bitte merken Sie sich den". Mit Salz und Duplikat-Seidenpapier machte er zerrissene Seiten wieder heile. Auch vermehrte Fränzi auf sonderbare Weise Weinflaschen. Im Ärmel hatte er die Flaschen nicht, auch nicht in der Tasche. Also "wirkliche Zauberei" ... "Malika" brachte einen Wasserkessel zum Flöten, der auf einem "normalen" Tisch stand. Er zauberte Eiswürfel aus einem Strohhalm, ließ einen Besucher einen guten Schluck trinken und bat ihn, bei Fragen nur mit "Ja" zu antworten. "Ist es ein Kalt-oder ein Heißgetränk"?, so fragte dann gemeinerweise Fränzi. Zwischendurch gab' seine Auszeichnung für Hans-Gerhard Koch, Er gehört seit 25 Jahren zum "Magischen Zirkel" Deutschland. Präsident Wolfgang Sommer schickte Glückwünsche. Atilla mit seinem Riesengedächtnis musste man Begriffe an den Kopf werden - "bitte keine Gegenstände!". Er könne sich bis zu 150 Wörter merken, die ihm der Reihe nach zugerufen werden. Da das am Samstag den Rahmen sprengen würde, begnügte er sich mit 30 Begriffen wie Hundefutter, Kosmos, Rosenstrauß (rief ein Kind) und - es schien ein Sachse zu-sein-der das Wort rief - "Maschendrahtzaun". Sogar rückwärts sagte Atilla. die Begriffe auf. Nur: Auffällig oft fasste er sich ans Ohr. Ob da ein kleines grünes Männchen drin saß und ihm alles zuflüsterte? Der gute alte Hausmeister hinkte und wusste nicht, woran das lag. Erst als er seinen Schuh auszog, kam sie heraus: Die Spraydose! ••Bernardo" zeigte tolle Tricks mit Tüchern und Seilen. -Sogar einen Mord klärte er anhand von großen Karten auf. Er fand Mörder, Mordopfer und die Tatwaffe. Am Ende gar wurde eine Dame zerteilt - ••Illusionsdarbietung" nannte sich das. Der Applaus wollte nicht enden. Eine runde zauberhafte Darbietung war das . ••Im letzten Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin schafften wir es, unter die ersten Plätze zu gelangen", freute sich Vorsitzender Hans-Gerhard Koch. Auch habe man schon in Hattingen an einem Schwimmbecken gezaubert. Aber kein Gaukler darf etwas verraten über die Tricks . ••Verschwiegenheit ist für einen Zauberer absolutes Muss. Man wird sogar aus dem magischen Zirkel ausgeschlossen, wenn man etwas ausplaudert", so Koch. Seit zehn Jahren ist der Gevelsberger Vorsitzender des MZW Eneppetal 2Ortszirkels Wuppertal, dem rund 70 ••Magische Ortszirkel" in Deutschland angehören. Zu den Treffen kommen ebenso ••normale" Leute, Kaufmänner, Techniker, Bäcker oder Lehrer, wie Hans-Gerhard Koch. 'Er unterrichtet an der Käthe-Kollwitz-Schule in' Hagen. Der Magier kann auch Menschen über die Bühne schweben lassen und Bälle in Luft auflösen. Er besitzt eine japanische Spardose, und wirft man da in den Trichter ein Markstück, schrumpft es im Trichterhals zu Kaufladen -Geld. Nicht Hokuspokus – dreimal schwarzer Kater", werde bei einem Zauberstück gerufen, sondern viel wirksamer sei Pusten. So war kein Wind im Hörsaal, das war das Zauber-Pusten. Als zehnjähriger "Lausbub" entdeckte Koch seine Liebe zur Zauberei in Italien. Er wettete um 1000 Lire, einen Magier überführen zu können. Wette ganz klar verloren, aber viel Weisheit mitbekommen. Koch erinnert sich an seinen ersten Trick: Eine Ladung Wasser in einer Papiertüte verschwinden zu lassen. Und seitdem ließ ihn die Zauberei nicht mehr los. "Worauf es ankommt, ist das Entertainment, die Präsentation", so Hans-Gerhard Koch. Er zaubert auf den verschiedensten Veranstaltungen wie Firmenjubiläen, Familienfeiern, Vereinsfeten: hobbymäßig. Die Zauberei sei das zweitälteste Gewerbe. Fast alle Tricks könne man im Handel kaufen. Zauberer seien ehrlich Menschen. "Stimmt es", kommt die Frage an Atilla und Bernardo, "dass aus einem Zylinder -zig Kaninchen gezaubert werden können?". Beide lachen. Klar, dass sie den Trick kennen. Die seien auch alle im Hut! "Vielleicht kriegen die da drin Junge!" Aber dann schweigen sie sich aus. Meine Güte, da müssen die armen Schlappohren aber tüchtig die Beine einklemmen...