"Vorzaubern heißt: purer Stress"

Der Magische Zirkel wählt seine Zauberer mit Bedacht - ohne Prüfung keine
Mitgliedschaft. Die Vorbereitungen für die Übung dauert meist ein knappes Jahr.

Von Tonia Sorrentino

ManusKunststücke wollen gelernt sein. Deshalb ist der Weg zum richtigen Händchen für die Zauberei mit VielÜbung verbunden. anderen Ende eine strenge Aufnahmeprüfung steht. Reiner Walter ist seit 1986 Mitglied im Magischen Zirkel Wuppertal, zurzeit erster Vorsitzender, und berichtet von den monatlichen Zauberertreffen im Zirkel, bei denen jeder Besucher erst genau unter die Lupe genommen wird. "Bei uns kann nicht einfach jeder zusehen. Er muss uns etwas vorführen können, das ist Grundvoraussetzung. Und das bedeutet puren Stress." Beispielsweise, führt Walter aus, müssten die Interessenten schon über einige Kenntnisse verfügen, einige Bücher über die Zauberkunst gelesen haben und ein paar Tricks beherrschen. "Zumindest mit Karten sollten sie schon umgehen können", ist ein Beispiel. Um den Nachwuchs zu fördern, haben Walter und seine Zauberkollegen jetzt einen kleinen Kreis eingerichtet, in dem sie Anwärter für die spätere Magie schulen und deren Spektrum erweitern. Unter anderem werde dort gelernt, mit Requisiten zu zaubern. "In der kommenden Woche haben wir einen Termin für Seilkunststücke", berichtet Walter. Erst, wenn die Neulinge ausreichend gefestigt seien, könnten sie in den Magischen Zirkel, Gen es seit 47Jahren gibt, aufgenommen werden. Das sei gleichzeitig mit der Mitgliedschaft im Magischen Zirkel Deutschland verbunden: "Deshalb müssen sie erst eine Aufnahmeprüfung ablegen. Wir kalkulieren bei der Übung mit etwa einem Jahr Vorlauf." Walter selbst hat damals nach eigenen Angaben eineinhalb Jahre gebraucht. Wer allerdings die Prüfung bestanden habe, könne an den Zirkelabenden teilnehmen. "Wir probieren dort meist Dinge aus, in aller Ruhe, bekommen Feedback und Anregungen von Kollegen, die mit diesem speziellen Trick eventuell schon Erfahrung haben. Manchmal haben wir Seminare zu bestimmten Themen, aktuell Zaubern mit Bechern. Dann bauen wir noch eine Präsentation dazu auf." Denn zuweilen führen die Zauberer ihre Kunststücke auch einem Publikum vor. Am Wochenende etwa haben rund 70 Gäste ihre Zaubershow in der Färberei besucht. In wenigen Wochen zaubern die Zirkelmitglieder im Elberfelder Restaurant  Ralf Müller zwischen den Menü -Gängen. "Wenn man das. zum 14. Mal macht, ist das Tradition", sagt Walter. Der nächste Auftritt ist schon am kommenden Wochenende im Gevelsberger "Filmriss"- Kino. Wer an der Zauberei interessiert ist und schon einige Tricks beherrscht, kann über die Homepage des Zirkels per E-Mail Kontakt mit Reiner Walter aufnehmen.  www.mz-wtaI.de

 

Gänsehaut-Trick: Schafft es Zauberer Manus, die Möhren zu durchtrennen, ohne die Hand der mutigen Zuschauerin mit abzuschlagen? Foto: Andreas Fischer