Wuppertals Zauberlehrling

MarcMarc Weide begeistert sein Publikum mit Täuschungen und Karten-Zauberkunststücken.

Er ist jüngster Teilnehmer am "Magischen Zirkel Wuppertal".


                                                                                

HEXENWERK Der junge Magier Mare Weide fasziniert und begeistert seine Anhänger.

Von Manfred Görgens Foto: Uwe Schinkel

Bühne verzaubert - manchmal so- gar einen blutjungen Magier wie Marc Weide. Mit seinen 15 Jahren führt er bereits ein Doppelleben zwischen Schule und Podium, in dem ihm eines auf jeden Fall verblüffend gut gelingt: Steht er vor Publikum, verwandelt er sich vom Schüler in einen Vollprofi. "Ich verschönere den Leuten die Wartezeiten", sagt er über seine Auftritte bei Festessen, die das Intermezzo zwischen zwei Gängen füllen. Doch was Mare aus dem Ärmel zieht, ist mehr als ein Notanker. Seine Spielchen mit Karten lassen staunen, mehr noch aber sein Kniff, freiwillig den Grünschnabel herauszukehren. "Die Leute meinen, ich hätte das alles in meinem Alter noch nicht im Griff." Genau damit lässt er die Zuschauer auflaufen, mimt den. Versager, um am Ende die Trumpfkarte zu präsentieren. Faszinieren und erheitern, das möchte Mare und mischt dazu eine magische Verbindung aus komödiantischem Humor und Zauberei. "Eine kleine Geschichte gehört immer dazu." Mit einer Geschichte hat auch seine Karriere begonnen. Als er elf Jahre alt war, sah er in der Arena Oberhausen die Schau von David Copperfield und wurde für ein Kunststück auf die Bühne geholt. "Ich sollte ein Bild auf die Tafel malen." Genau dieses Bild war - zweifellos magisch - gleich  darauf in einer "Direktübertragung aus Hawaii" auf dem Monitor zu sehen. Heute ist Marc ein alter Hase und staunt über solche Mätzchen nicht mehr. Damals war er so gefesselt, dass er sich gleich den ersten Zauberkasten wünschte. Nach zwei Jahren hatte er schon das Zeug zum öffentlichen Auftritt. Ein weiteres Jahr später errang er im Theater Hagen unter zwei Dutzend Mitbewerbern einen Förderpreis. Die gewonnenen 500 Euro liegen noch auf dem Sparbuch. Damit möchte Marc "große Requisiten kaufen" - für den Fall der Fälle, dass.er selbst in der Oberhausen-Arena seine Schau aufführt. Auftritte vor 500 Zuschauern sind ihm schon jetzt geläufig. "Das gibt mir einen Adrenalinstoß." 

Aber es soll eben doch mehr aus der Freizeitbeschäftigung werden. Dazu scheinen die Karten gut gemischt: Marc ist gegenwärtig jüngster Teilnehmer am "Magischen Zirkel Wuppertal". Wenn er im Frühjahr seine Prüfung schafft, wird er 21. Mitglied des kleinen Verschworenen Kreises sein:

• ZAUBERKUNST URALT Von Zauberkunst spricht man erst seit dem 18. Jahrhundert. Die Kunst des Taschenspiels, etwa des Becherspiels, wurde aber bereits auf hellenistischen Marktplätzen beobachtet.